Jan Deckers
Jan Deckers kenne ich nun schon ein paar Jahre, und was mich an ihm immer von neuem fasziniert, sind seine enorme Auffassungsgabe, die menschlich weit ausgespannte Verarbeitungstiefe und sein ungemein sicherer und schneller künstlerischer Zugriff, in der Musik wie in der Malerei: dazu eine in künstlerischen Kreisen dünn gesäte und umso angenehmere hohe Zuverlässigkeit.
Doppelbegabungen wie die von Jan Deckers sind selten, aber es gibt sie. Beispiele: Goethe in herausragender Weise, Tomi Ungerer als Phänomen der Moderne. Bildnerisch-sprachliche Doppelung trifft man im übrigen häufiger an als bildnerisch-musikalische – tatsächlich ist die Überlagerung szenischer Räume sprachlich-optisch auch leichter zu denken als optisch-musikalisch. Daß genau dies bei Jan Deckers aber geschieht, daß die optischen und musikalischen Räume sich bei ihm überlagern bzw. eins sind, verweist übers Phänomen hinaus auf die innere Anlage seiner Kunst, in der sich auch eine bestimmte Kunstauffassung widerspiegelt.
Betrachtet man seine Bilder und hört seine Musik, fällt schnell auf, daß er dem jeweiligen Werk eigene Gestalt gibt, ureigene Gestalt. Mancher mag darin die Abwesenheit eines ausgeprägt persönlichen Stils erkennen, zumal die Künstler der jüngeren Vergangenheit (von vor ca. 150 Jahren bis heute) ganz besondere Mühe auf ihren höchstpersönlichen Ausdruck verwandt haben, zum Zeichen sofortiger Wiedererkennbarkeit und künstlerischer Zuspitzung, mündend in ein Styling, das den Unterschied zwischen künstlerischer und werbewirtschaftlicher Arbeit entscheidend verwischt hat.
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